Nakhon Pathom  die Hauptstadt der Nakhon-Pathom-Provinz

 
Nakhon Pathom, die Hauptstadt der Nakhon-Pathom-Provinz, 56 km westlich von Bangkok, hat eine Geschichte, die mindestens ins Jahr 150 vor Christi Geburt zurückreicht. Die Stadt ist ausserdem von religiöser Bedeutung, da man annimmt, dass über sie der Buddhismus in einem Gebiet eingeführt wurde, das heute in etwa dem Staatsgebiet Thailands entspricht. Allerdings wurde dieses Gebiet zur damaligen Zeit noch nicht von Thais, sondern überwiegend von Mons bewohnt, einem Volk das ethnisch mit den Khmers verwandt ist. Religiös motivierter Tourismus ist heute ein wichtiger Wirtschaftszweig der Stadt.
 

Weitere Sehenswürdigkeiten:

 
 


Rosengarten
Wat Pra Pathom Chedi Teil 1
Wat Pra Pathom Chedi Teil 2
Wat Pra Pathom Chedi Teil 3

Eine weitere Sehenswürdigkeit in der Umgebung ist das THAI HUMAN IMAGERY MUSEUM    (Wachsfigurenmuseum) in Nakhon Chaisri

Die Stadt Nakhon Pathom

Photo: Die Stadt Nakhon Pathom

 

Rosengarten

 
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Der Rosengarten ist viel mehr als ein Garten mit Rosen... denn es handelt sich hierbei auch um eine der größten Anlagen für kulturelle Darbietungen in ganz Thailand, zu der unter vielem anderen ein Urlaubshotel und ein Golfplatz gehören.

Gegründet wurde die Anlage bei Sampran in der Nakhon-Pathom-Provinz schon zu einer Zeit, als der Tourismus in Thailand noch in den Kinderschuhen steckte, nämlich im Jahr 1965. Doch die Anlage, in deren Mittelpunkt ursprünglich ein botanischer Garten stand, wurde ständig erweitert und umfasst inzwischen ein Gelände von über 35 Hektar.

Die wichtigste Attraktion des Rosengartens sind inzwischen nicht mehr die wunderschönen Blumen- und Pflanzenbeete, sondern die kulturellen Darbietungen, die jeden Nachmittag um 14:45 Uhr für eine Stunde lang gezeigt werden.

Mehr als 150 Schausteller wirken an den Vorführungen mit. Gezeigt wird zum Beispiel das Leben in einem Thai-Dorf, einschließlich solcher Höhepunkte wie einer traditionellen Hochzeit. Dazu werden klassische Tänze aus den verschiedenen Teilen des Landes gezeigt, und es gibt Vorführungen traditioneller Sportarten, darunter das weltberühmte Thai-Boxen.

Auch Elefanten werden bei den kulturellen Vorführungen eingesetzt. Man bekommt einen Eindruck davon, wie die Elefanten traditionell in den Wäldern zur Arbeit eingesetzt werden, und es besteht sogar Gelegenheit zu einem kurzen Ritt auf Elefantenrücken.

Des weiteren kann die Herstellung praktisch jeder Art traditioneller kunsthandwerklicher Erzeugnisse beobachtet werden. Eine breite Auswahl solcher kunsthandwerklicher Erzeugnisse kann als Souvenirs gekauft werden.

Ein Besuch der kulturellen Vorführungen im Rosengarten wird praktischerweise mit einem Mittagessen in einem der ausgezeichneten Restaurants der Anlage verbunden. Mehrere Restaurants wurden als große Flosse über Wasser gebaut, was ihnen eine besondere Atmosphäre verleiht. Insgesamt bieten die Restaurants Platz für rund 1500 Gäste.

Die etwa 100 Zimmer und Bungalows in dem zum Rosengarten gehörenden Hotel sind modern und überaus komfortabel ausgestattet. Selbstverständlich verfügt jedes Zimmer über Kühlschrank und Farbfernsehgerät, über das nicht nur thailändische Programme, sondern auch der hauseigene Spielfilmkanal empfangen werden kann.

Der Golfplatz des Rosengartens gilt als einer der schönsten im Lande. Der 18-Loch-Platz erfüllt alle Anforderungen, um dort auch Meisterschafts-Turniere abzuhalten.

 

Phra Pathom Chedi, Teil 1

 
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Der Besucher Nakhon Pathoms, der im Zug oder mit einem Strassenverkehrsmittel auf die Stadt zufährt, sieht schon von weitem die Spitze des gewaltigen Phra Pathom Chedi, eines der grössten Chedis in der Welt und eines der heiligsten buddhistischen Bauwerke in Thailand. Der Chedi ist 115,8 Meter hoch und von weitem glitzert er wie Gold. Allerdings ist er nicht goldverziert, sondern mit goldbraunen Klinkerziegeln aus China bedeckt.

Der Chedi steht auf einer kleinen Anhöhe, die insgesamt in die religiöse Architektur einbezogen ist. An den vier Kompasspunkten im äußeren Bereich des Chedis stehen vier Viharas, von denen jede eine Buddha-Statue in verschiedener Haltung beherbergt.

Dia-Show:

Phra Pathom Chedi

Phra Pathom Chedi

 
Die östliche Vihara enthält eine Buddha-Statue unter einem großen gemalten Bhodi-Baum, der die gesamte Wand hinter der Statue einnimmt. Das innere Zimmer in dieser Vihara ist eine Königskapelle mit einem Altar, an dem Mitglieder der Königsfamilie beten, wenn sie die Stadt besuchen.

Die südliche Vihara enthält eine Statue des Buddha, beschützt von einer mythologischen Naga-Schlange.

Die westliche Vihara weist eine Buddha-Statue in liegender Haltung auf. In der dortigen Darstellung, die Buddha unmittelbar vor seinem Tod zeigt, wird der Religionsstifter von Statuen seiner Jünger umgeben. Ein inneres Zimmer dieser Vihara enthält eine weitere liegende Buddha-Statue.

Die nördliche Vihara, auf die man vom Haupteingang des Komplexes direkt zuläuft, weist eine große stehende Buddha-Statue auf, umgeben von etlichen kleineren Buddha-Standbildern. Die Asche des König Vajiravudh ist unter dieser Vihara beigesetzt. Die nördliche Vihara ist die meistbesuchte im Komplex, wahrscheinlich der günstigen Lage wegen. Stets sieht man Scharen von Gläubigen, die dort beten und, wie überall an buddhistischen Heiligtümern, hauchdünne Goldplättchen auf den Buddha-Statuen anbringen. Oft sind die Statuen so mit Goldplättchen überklebt, dass die Gesichtszüge längst nicht mehr zu erkennen sind.

Die Überpflasterung im Kleinen hat ihre Entsprechung im Grossen. Den keineswegs ist der große Chedi, der heute im Mittelpunkt der religiösen Wallfahrten nach Nakhon Pathom steht, das originale Bauwerk. Der ursprüngliche, sehr alte Chedi wurde höchstwahrscheinlich vom Mon-Volk erbaut, das die Region vor den Thais bewohnte und das weitgehend die indische Kultur angenommen hatte.

 

Phra Pathom Chedi, Teil 2

 
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Der ursprüngliche Chedi war im Stile indischer Stupas im dritten Jahrhundert der westlichen Zeitrechnung erbaut, der Epoche des indischen Königs Asoke, des wichtigsten frühen Förderers der buddhistischen Religion. Während seiner Regierungszeit waren die ersten buddhistischen Missionare nach Südostasien entsandt worden, um den Buddhismus im damaligen Königreich von Suwannaphum zu verbreiten. Die erste Hauptstadt dieses Königreichs war das gegenwärtige Nakhon Pathom, beziehungsweise eine frühere Stadt am selben Standort.

Königskapelle, Phra Pathom Chedi

Photo: Königskapelle, Phra Pathom Chedi 

 
Als das Gebiet später unter Khmer-Kontrolle fiel, wurde über die ursprüngliche Stupa zunächst ein brahmanischer Prang erbaut, der, so wurde herausgefunden, 39,7 Meter hoch war.

Während der Regierungszeit von König Mongkut (Rama IV) schliesslich wurde Mitte des 19. Jahrhunderts der gegenwärtige Chedi über den brahmanischen Prang, bzw. den ursprünglichen Chedi gebaut. Eine Nachbildungen der Original-Stupa steht südlich des gegenwärtigen Chedi.

Westliche Besucher sind oft überrascht, in welchem Masse in Thailand alte Bauwerke von unschätzbarem künstlerischem und historischem Wert auch noch in jüngerer Zeit überbaut und damit quasi zerstört wurden. Westliche Logik hätte in diesen Fällen stets empfohlen, die Ruinen uralter Bauwerke bestenfalls zu renovieren, auf keinen Fall aber nach neuerem Geschmack umzubauen - neuere Bauwerke könnten ja in unmittelbarer Nähe zu den alten errichtet werden, und der Nachwelt bliebe dann beides erhalten: die alte, eventuell renovierte Ruine, und das neuere Bauwerk.

Doch nach westlicher Logik wurde hier offensichtlich nicht vorgegangen, sondern nach buddhistischen religiösen Vorstellungen. Die Bauwerke wurden ja nicht in erster Linie aus künstlerischen Erwägungen errichtet, sondern weil ihnen eine religiöse Funktion zufiel. Nach buddhistischer Logik obliegt es der Menschheit, sich um religiöse Stätten gerade so zu kümmern als handle es sich bei ihnen um Mit-Lebewesen.

Am deutlichsten ist diese Haltung, wenn es um Buddha-Statuen geht. Dem westlichen Kunstverständnis ist ein Bruchstück einer uralten Statue lieber als eine reparierte Statue. Doch nicht dem gläubigen Buddhisten. Zwangsläufig wird er mit beschädigten Statue Mitleid empfinden, und er wird es, wenn er dazu Gelegenheit hat, als seine Pflicht empfinden, sie mit Zement oder Gips wenigstens notdürftig auszubessern.

Unzählige Buddha-Statuen, die nicht mehr repariert werden konnten, wurden in der Geschichte des Landes in Chedis eingemauert, um diesen Statuen damit wenigstens ein würdevolles Begräbnis zu geben. Tatsächlich ist dies ja die Funktion von Chedis: sie sind Krypten, allerdings nicht nur für leibliche Überreste des Buddhas (etwa einzelne Haare), sondern auch für zertrümmerte Buddha-Statuen oder für Kopien von Buddha-Reliquien - im Prinzip alles, was von religiöser Bedeutung war. So entspricht es ganz der Logik des buddhistischen Glaubens, dass die Ruinen künstlerisch äußerst wertvoller alter Bauwerke in einem neuen Bauwerk ohne künstlerischen Wert begraben werden - und damit unwiederbringlich verloren sind.

 

Phra Pathom Chedi, Teil 3

 
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Als er noch buddhistischer Mönch war, hatte König Mongkut (Rama IV) einst eine Pilgerfahrt nach Nakhon Pathom gemacht, um den damaligen alten, in Ruinen liegenden Prang zu besuchen. Die Theorie, dass über Nakhon Pathom der Buddhismus im Gebiet des heutigen Thailands eingeführt wurde, geht auf König Mongkut zurück. Er vermutete unmittelbar, dass eine wichtige Buddha-Reliquie in den Ruinen verborgen sein müsse, und er ließ den alten, teilweise zertrümmerten Prang zunächst renovieren.

Als er zum König gekrönt wurde, befahl er den Baubeginn zum gegenwärtigen riesigen Chedi. Mit der Arbeit wurde im Jahre 1853 begonnen. Mongkut starb, bevor der Bau fertiggestellt war; die Arbeit wurde jedoch unter seinem Nachfolger, König Chulalongkorn, fortgesetzt.

Der riesige Chedi ist nicht begehbar und nicht besteigbar - außer für Arbeiter, die Reparaturen vornehmen und über lange, auf der Außenwand liegende Strickleitern bis zur Spitze klettern können. Man kann rund um den Chedi spazieren. Ein kreisförmiger Galerie-Pavillon, der an einen Kreuzgang erinnert, umringt den Chedi. Im geringem Abstand stehen in diesem Pavillon Buddha-Statuen, jeweils mit einem Gestell, um dort zum Beten niederzuknien. Ähnliche Kombinationen von Buddha-Statue und Gebetsgestell finden sich überall im riesigen Chedi-Komplex.

Unter den Stein-Skulpturen rund um den Chedi ist auch ein sehr altes Gesetz-Rad. Solche Gesetz-Räder waren die wichtigsten Symbole der buddhistischen Religion bis ins Jahr 143 vor der westlichen Zeitrechnung. Ihr Symbolgehalt ist dem des christlichen Kreuzes vergleichbar.

Buddha-Statuen begannen erst in der Zeit des indischen Königs Asoke das abstrakte Gesetz-Rad zu ersetzen. Offensichtlich ließ sich die buddhistische Religion mit Hilfe einer menschenähnlichen Gottdarstellung leichter verbreiten als mit Hilfe eines abstrakten Symbols. Verschiedene buddhistische Gesetz-Räder wurden bei Ausgrabungen im Raum Nakhon Pathom gefunden, und auf diese Ausgrabungen stützt sich die Vermutung, dass die Stadt über 2000 Jahre alt ist.

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